Vereinsgeschichte des TUS Waldernbach

Vereinsgeschichte des TuS Waldernbach


Der Turn- und Sportverein Waldernbach 1926 e. V. blickt auf eine bewegte und stolze Vereinsgeschichte zurück, die eng mit der Entwicklung des Dorfes und seiner Menschen verbunden ist. Gegründet wurde der Verein am 13. Juni 1926, als junge Männer aus Waldernbach beschlossen, den zuvor „wilden Fußball“ in geordnete Bahnen zu lenken und einen offiziell organisierten Sportverein ins Leben zu rufen. Der Fußball war durch Internatsschüler des St.-Josefshauses nach Waldernbach gekommen und begeisterte schnell Jung und Alt.


Bereits am Gründungstag wurden Vereinsname und Satzung festgelegt. Ziel war es, Fußball sowie weitere sportliche Betätigungen wie Leichtathletik und Gymnastik zu ermöglichen – bewusst unabhängig von politischen oder parteilichen Einflüssen.


§ 1 dieser Satzung lautete:

„Der Zweck des unter dem Namen Turn- und Sportverein Waldernbach bestehenden Vereins ist, seinen Mitgliedern Gelegenheit und Anleitung zu geregeltem Fußballspiel, Leichtathletik und Gymnastik zu geben. Alle politischen und Parteibestrebungen sind ausgeschlossen. Der Verein hat seinen Sitz in Waldernbach.“


Zu den Vereinsgründern der ersten Stunde gehörten folgende Personen: Josef Eckert, Josef Gärtner, Paul Ginter, Georg Kreuz, Richard Kreuz (Anstreicher), Richard Kreuz (Post), Bernhard Meyer, Josef Müller, Georg Rudius, Edmund Schardt, Albin Schardt, Richard Schäfer, Willi Schermuly, Josef Schuld, Josef Strieder.


Gespielt wurde zunächst auf Wiesen und improvisierten Plätzen, ehe 1930 mit dem Bau eines eigenen Sportplatzes „Auf dem Kreuz“ ein wichtiger Meilenstein erreicht wurde.


Der Zweite Weltkrieg führte – wie bei vielen Sportvereinen – zu einer Zäsur: Der Spielbetrieb kam vollständig zum Erliegen, viele Vereinsmitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Erst nach Kriegsende konnte der Verein neu aufgebaut werden. Am 18. Januar 1947 wurde die Vereinsarbeit offiziell wieder aufgenommen. Bereits in den ersten Nachkriegsjahren erlebte der TuS einen deutlichen sportlichen und organisatorischen Aufschwung – gekrönt durch die Meisterschaft 1947 in der Gruppe Westerwald.


In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der TuS Waldernbach stetig weiter. Große Vereinsjubiläen – etwa das 40-jährige Jubiläum 1966, das 50-jährige Jubiläum 1976 oder das 75-jährige Jubiläum 2001 – brachten zusätzlichen Mitgliederzuwachs, sportliche Impulse und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Freundschaftsspiele gegen überregionale Gegner, Festwochen und Ehrungen prägten diese Meilensteine.
Ein besonders wichtiger Schritt für die Zukunft war der Umzug auf das Sportgelände an der Westerwaldschule. Die neue Anlage wurde 1979 eingeweiht und bildete die Grundlage für viele Jahrzehnte Vereinsleben. Es folgten weitere Investitionen:
•Flutlichtanlage (1988)
•Bau des Vereinsheims (Einweihung 1997)
•Bau des Kunstrasenplatzes (Einweihung 2009)
•Modernisierungen wie LED-Flutlicht (2020) und Umbauten bis 2023


All diese Projekte waren nur durch außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, Eigenleistung und Zusammenhalt möglich. Heute ist der TuS Waldernbach der größte Verein im Ort – und steht auch nach 100 Jahren für Sport, Gemeinschaft und gelebtes Miteinander.


Seniorenfußball
Der Seniorenfußball war von Beginn an das sportliche Herz des TuS Waldernbach und hat die Vereinsgeschichte wie kaum ein anderer Bereich geprägt. Bereits nach dem Neustart 1947 feierte die 1. Mannschaft sportliche Erfolge, darunter Meisterschaften und knapp verpasste Aufstiege in höhere Klassen.
Ein erster sportlicher Höhepunkt folgte in der Saison 1956/57, als der TuS Waldernbach die Meisterschaft der B-Klasse Oberlahn gewann und in die A-Klasse aufstieg. In den folgenden Jahren etablierte sich der Verein als feste Größe im regionalen Fußballgeschehen.


Besonders erfolgreich waren die 1970er-Jahre, in denen die 1. Mannschaft gleich dreimal das Endspiel des Oberlahnpokals erreichte. Legendär bleibt der Westerwaldpokalsieg 1975, der vor großer Zuschauerkulisse errungen wurde. Auch in den 1980er- und 1990er-Jahren erlebte der Seniorenfußball zahlreiche sportliche Aufs und Abs – darunter der Aufstieg in die Bezirksliga 1989/90.
Eine der erfolgreichsten Phasen begann Mitte der 2000er-Jahre unter Spielertrainer Klaus Buchner:

2005/06: Aufstieg in die Bezirksliga nach dramatischem Elfmeterschießen

2006/07: Bester Bezirksliga-Platz der Vereinsgeschichte (6. Platz)
Ein weiterer Meilenstein folgte 2015/16, als die 1. Mannschaft unter Spielertrainer Björn Meuer A-Liga-Meister wurde. Zeitgleich sicherte die 2. Mannschaft souverän den Klassenerhalt in der B-Liga nach erstmaligem Aufstieg im Vorjahr – ein historischer Erfolg für den TuS.


Die wohl erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte spielte der TuS in der Spielzeit 2018/19 unter dem zu Saisonbeginn gestarteten Spielertrainer Florian Dempewolf. In einem Herzschlagfinale am letzten Spieltag, bei dem Waldernbach als eines von drei Teams zeitgleich um den Kreisoberliga-Aufstieg spielte. Nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand sicherten sich die Blau-Gelben kurz vor Schluss zumindest noch einen Punkt und erreichten dadurch die entscheidende Aufstiegsrelegation gegen den VFL Eschhofen, die sie nach zwei mitreißenden Spielen nach 2:2 und 4:3 für sich entschieden.


Auch die 2. Mannschaft stand ihren Mitspielern in nichts nach und machte am letzten Spieltag den erneuten B-Liga-Aufstieg perfekt. Zudem erreichte sie sensationell das Kreispokalfinale, indem der TuS dem drei Klassen höher spielenden FC Waldbrunn II nur äußerst knapp nach toller Leistung mit 1:2 unterlegen war.


Von 2019 bis 2025 spielte der TuS Waldernbach durchgehend in der Kreisoberliga, insgesamt sechs Jahre auf höchster Kreisebene. Für einen Verein dieser Größe ist dies ein außergewöhnlicher sportlicher Erfolg, getragen von Teamgeist, Nachwuchsspielern aus der eigenen Jugend und großem Einsatz vieler Ehrenamtlicher.
Auch wenn der Seniorenfußball zuletzt wieder herausfordernde Phasen erlebte, bleibt er ein zentraler Identifikationspunkt des Vereins – und ein fester Bestandteil der TuS-DNA.


Jugendfußball


Die Jugendarbeit ist seit Jahrzehnten das Rückgrat des TuS Waldernbach und Grundlage vieler sportlicher Erfolge im Seniorenbereich. Schon früh erkannte man, dass nachhaltiger Erfolg nur durch konsequente Nachwuchsarbeit möglich ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ab den späten 1950er-Jahren wieder erste Jugendmannschaften. Den sportlichen Höhepunkt erlebte der Jugendfußball jedoch in den 1960er- und 1970er-Jahren. Zwischen 1968 und 1975 errangen die Jugendteams zwölf Kreis- und Pokaltitel und machten den Namen TuS Waldernbach weit über die Region hinaus bekannt. Mehrfach spielte die A-Jugend erfolgreich in der Bezirksleistungsklasse.
Aufgrund geburtenschwächerer Jahrgänge begann ab 1976 die Phase der Jugendspielgemeinschaften. Es folgten:


•gemeinsame Teams mit benachbarten Vereinen,
•ab 1987 die JSG Mengerskirchen,
•ab 2002 die erfolgreiche JSG Westerwald.


Ein besonderes Kapitel der Vereinsgeschichte verbindet sich mit Alexander Merkel, der seine fußballerische Laufbahn in der Jugend des TuS begann. Über den VfB Stuttgart wechselte er bereits mit 16 Jahren zum AC Mailand, spielte dort in der Champions League, wurde italienischer Meister und absolvierte zahlreiche U-Länderspiele – ein außergewöhnlicher Werdegang aus Waldernbacher Sicht.


Auch im 21. Jahrhundert bleibt der Jugendfußball äußerst erfolgreich:
•A-Jugend Kreisklassenmeister 2009/10
•C-Jugend Kreisklassenmeister 2023/24
•B-Jugend-Meister 2024/25 (ungeschlagen) und Aufstieg in die Gruppenliga
•Stabile Mannschaftszahlen von den Bambini bis zur A-Jugend


Der TuS Waldernbach investiert damit konsequent in seine Zukunft – sportlich wie menschlich.


Handballabteilung


Neben dem Fußball entwickelte sich der Handballsport ab den frühen 1990er-Jahren zu einer zweiten tragenden Säule des Vereins. Ausgehend von der Idee, Mädchen ein Sportangebot zu bieten, entstand ab 1993 eine lebendige und äußerst erfolgreiche Handballabteilung.


Bereits wenige Jahre später nahmen zahlreiche Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Zwischen 1995 und 2005 feierte der TuS Waldernbach eine Vielzahl an Kreis- und Bezirksmeisterschaften sowie Pokalerfolgen. Zeitweise waren bis zu sieben Mannschaften gleichzeitig im Spielbetrieb aktiv.


Ein besonderer Meilenstein war die Meldung der ersten Frauenmannschaft 2000/01, die sich in den folgenden Jahren bis in die Bezirksoberliga vorarbeitete. Mehrere Kreispokalsiege der Frauen sowie Teilnahmen an internationalen Turnieren – u. a. in Schweden (Göteborg) und Dänemark – unterstreichen die sportliche Qualität dieser Zeit. Unsere Jugendteams schafften es teilweise bis in die Landesliga und zogen die Aufmerksamkeit von Handball-Bundesligisten auf sich.
Über mehr als 25 Jahre prägte der Handball das Vereinsleben – nicht nur sportlich, sondern auch durch Ausflüge, internationale Begegnungen und gelebtes Vereinsgemeinschaftsgefühl. Durch die Corona-Pandemie 2020 kam der Spielbetrieb jedoch vollständig zum Erliegen. Hallenschließungen und fehlender Nachwuchs führten dazu, dass der Handballbetrieb nicht mehr aufgenommen werden konnte.
Nichtsdestotrotz bleibt die Handballabteilung ein zentraler Teil der Vereinsgeschichte und ein Symbol für Engagement, Teamgeist und sportlichen Erfolg.


Weitere Sportarten


Der TuS Waldernbach verstand sich stets als echter Turn- und Sportverein und bot über Jahrzehnte hinweg Sportangebote für unterschiedliche Altersgruppen und Interessen.


Volleyball wurde 1996 gegründet und entwickelte sich rasch zu einer lebendigen Abteilung mit Herren-, Damen- und Jugendteams. Bereits 1997 feierten die Mannschaften Meisterschaften auf Kreisebene. Trotz sportlicher Erfolge musste die Abteilung Anfang der 2000er-Jahre aufgrund fehlender Hallenzeiten und Übungsleiter wieder aufgegeben werden.


Kinderturnen wurde Anfang der 1980er-Jahre ins Leben gerufen und erfreute sich lange großer Beliebtheit. Zeitweise nahmen bis zu 30 Kinder regelmäßig an den Übungsstunden teil. Der Schwerpunkt lag bewusst auf spielerischer Bewegung und sozialem Miteinander. Nach vielen erfolgreichen Jahren wurde das Angebot Ende der 2000er-Jahre eingestellt.


Frauengymnastik und Dance Aerobic gehörten ebenfalls über Jahrzehnte fest zum Vereinsangebot. Besonders prägend war die langjährige Leitung der Turngruppe durch Brigitte Hartung, die über 37 Jahre hinweg Generationen von Frauen für den Sport begeisterte. Auch diese Angebote ruhten in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie – bieten aber Potenzial für zukünftige Neustarts.

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